Ohne Bienen könnten wir Menschen nicht überleben

Von Franziskus heißt es, er habe den Bienen im Winter Honig und Wein geben lassen, damit sie heil über den Winter kämen. Eine Welt ohne Bienen ist nämlich unvorstellbar. Das weiß auch unsere Klosterimkerin Sr. M. Hiltrud. Umso unverständlicher ist es für sie, dass der Lebensraun von Bienen immer mehr eingeschränkt und ihr Überleben immer schwieriger wird. Die Vereinten Nationen haben deshalb den 20. Mai als World Bee Day festgesetzt.
In unserem Bienenhaus hängt ein Gebet für die Bienen. Das betet Sr. M. Hiltrud, wenn sie im Bienenhaus arbeitet. Sie bewahrt stets eine Reserve der Honigernte für schlechtere Jahre auf, damit die Bienen gut über die Rundem kommen. „So wollen wir bewusst die Leistung der Bienen wertschätzen“. Davon profitieren die umliegenden Felder, Gärten und Wiesen. Bis zu 60.000 Bienen stark kann ein Volk sein, bei 20 Völkern kommt eine starke Truppe zusammen, die täglich vom Kloster aus ausschwärmt.
Der Zustand der Bienen ist ein wichtiger Indikator für den Zustand der Natur. “Wie wir mit unserer Umwelt umgehen, erkennen wir am Zustand der Bienen“. Besonders betroffen sind Wildbienen. Von 560 Arten sind nur weniger als 37 ungefährdet. Darauf weist die Bundesregierung zum Tag der Bienen hin.

Seit Langem beschäftigt sich unsere Gemeinschaft mit der Nachhaltigkeit unseres Lebensstils. Von der Mobilität über den Energieverbrauch, die Ernährung oder das Bewirtschaften der Flächen reichen die Themen. Immer öfters essen Schwestern und Gäste vegetarisch und “bio”. Schon länger werden die verpachteten Flächen nachhaltig bewirtschaftet. Alle Gartenprodukte sind bio-zertifiziert. Die Grünflächen werden seltener gemäht, um Blühphasen zu ermöglichen. Auch im Klosterbergprojekt achten wir auf die Materialien. Wo es Alternativen gibt, werden nachhaltige Materialien eingesetzt. “Als Franziskanerinnen ist uns das in die DNA gepflanzt”, so Sr. Maria Hanna. Die Liebe des heiligen Franziskus zu den Bienen ist keine Folklore. Sie gehört zum Auftrag Gottes an uns Menschen, die Schöpfung zu bewahren und zu erhalten. Sich die Erde untertan zu machen bedeutet, Verantwortung zu übernehmen. Dabei geht es nicht darum, den Zeigefinger zu heben, sondern vorzumachen, wie es gehen kann. Das sei sehr franziskanisch – „einfach machen“, sagt Sr. Maria Hanna.